Der höhere und der niedere Geist 

 Text von Friederike Ecker, TG Linz

 

Der höhere und der niedere Geist unterscheiden sich voneinander in folgenden Punkten:


1. Der niedere Geist ist der triebhafte Intellekt und Wille, der die tierische Natur im Menschen darstellt; er ist vergänglich, denn er ist kurzsichtig, flatternd, veränderlich und mit tierischen Begierden behaftet. Man nennt ihn daher tierische Seele. Er ist erdgebunden, löst sich mit dem Tode auf und geht ins Tierreich zurück. Der höhere Geist aber, das wahre Selbst des Menschen, ist unsterblich, denn er ist der göttliche Funke, die geistige Sonne und der Christus oder heilige Geist im Menschen.

 

Bild: Pixabay


2. Der niedere Geist ist der Täuschung, dem Irrtum und der Schwäche unterworfen, denn er lebt in Getrenntheit und im Abgesondertsein von GottEr schafft falsche und selbstsüchtige Gedanken. Der höhere Geist aber ist das Gefäß wahrer Gotteserkenntnis. Er ist der Spiegel der Wahrheit und das Gefäß der Gottesweisheit.


3. Der niedere Geist ist an Form gebunden und bildet mit dem Intellekt die Persönlichkeit oder das niedere Ich des Menschen. Der höhere Geist aber ist formfrei und bildet die Individualität, das heißt das wahre höhere Selbst oder Wesen des Menschen.


4. Der niedere Geist erringt das Wissen mit Mühe und Anstrengung, der höhere Geist aber besitzt alle Erkenntnisse. Im Wissen sind Subjekt, Objekt und Ergebnis voneinander verschieden und trennbar; daher ist das Wissen Stückwert, im wahren Erkennen bilden aber Erkenner, Erkannte und Erkenntnis eine Einheit.


5. Der niedere Geist benutzt als Werkzeug oder Offenbarungsort das Gehirn und den Intellekt, der höhere Geist aber zugleich das Herz und die Vernunft. Der niedere Geist schafft nur konkrete Gedanken; der höhere Geist schließt auch abstrakte Gedanken in sich.


6. Der niedere Geist erzeugt Intelligenz und Klugheit, der höhere Geist Intuition und Weisheit. Der niedere Geist ist unfrei; er muß der Triebkraft und dem Impuls der tierischen Natur gehorchen und ihnen untertan bleiben. Der höhere Geist ist selbständig und frei von allen innerlichen und äußerlichen Fesseln, denn er steht in Harmonie mit dem Willen Gottes und den Gesetzen des Weltalls.


7. Der niedere Geist, verbunden mit der niederen Natur, ist von Eitelkeit, Ehrgeiz, Überhebung und vielen anderen Begierden befleckt und führt, wenn er nicht geläutert wird, zum Materialismus, zum Egoismus und zur schwarzen Magie. Der höhere Geist aber ist gänzlich frei von niederen Begierden. Er ist die Reinheit und Weisheit selbst. Er führt immer zum Idealismus, zur Weisheit, Opferwilligkeit, Erlösung, Glückseligkeit und Vollkommenheit. Er ist der heilige Lebensbaum, der seine Wurzeln im Himmel hat. Von diesem höheren Geist sagt Krischna: "Der Geist des Menschen, der voller Ruhe und Selbstbeherrschung ist, wohnt in sich selbst, dort bleibt er unberührt von äußeren Dingen, gleichgültig gegen Hitze und Kälte, Lust oder Leid, Verehrung und Mißachtung. Er ist ein Yogi, ein Vollkommener; erkenntnisreich, das Herz voll Seligkeit; erleuchtet steht er auf des Geistes Höhen, und seine Sinne sind ihm untertan."

 

8. Jeder Gedanke kehrt, früher oder später, ob er sein Ziel erreicht hat oder nicht, geschwächt oder verstärkt zu seinem Ursprung, seinem Urheber, zurück. Dies zeugt das Walten der All-Gerechtigkeit!

 

9. Jeder Gedanke, sei er heilvoll oder unheilsam, erweckt und ernährt, bewußt oder unbewußt, höhere oder niedere Gefühle und Triebe bei seinem Schöpfer. 

 

10. Jeder Gedanke übt mehr oder weniger eine Wirkung auf andere Menschen aus, mit denen der Urheber des Gedankens irgendwie in Verbindung steht und deren Geist die gleiche Schwingungsart besitzt wie der Geist des Schöpfers jenes Gedankens.

 

 

Saatgedanken für jeden der 12 Monate nach Iranshähr

Meditiere, o Pilger, jeden Tag über den Saatgedanken des Monats so oft du kannst:


Januar: Öffne meine Geistesaugen, damit ich die Wahrheit erkenne und erkennend liebe und diene.

 

Februar: Reinige mein Herz, o Flamme der göttlichen Liebe, daß ich fähig werde, Geisteslicht zu empfangen.


März: Laß meine Seele, o Gott, im Tempel der Wahrheit ihre geistige Wiedergeburt erleben.


April: Erlösender Geist der Wahrheit! Ich habe deine Stimme als Ruf Gottes vernommen und bin erwacht.


Mai: Erwacht zum Lichte der Wahrheit, will ich den schlummernden Seelen zum Erwachen verhelfen.


Juni: Der Wahrheit göttliches Licht hat meiner Seele Augen sehend gemacht. Ich schaue nun meines Daseins herrliches Ziel.


Juli: Verzage nicht, o Herz, laß durch die Glut der Liebe und des Glaubens meine Seele für das Licht der Wahrheit empfänglich werden.

 

August: O Wunder! Der Himmel tat sich auf und ein Lichtstrahl fiel in mein Herz, ein Samen des Heiligen Geistes in den Schoß meiner Seele!


September: Befruchtet vom heiligen Geist der Wahrheit ruht meine Seele im Heiligtum der Hoffnung und des Glaubens.


Oktober: Erhabener Gott! Gib mir die Kraft, die geistigen Geburtswehen: die Prüfungen und Versuchungen zu überwinden.


November: Mächte des Himmels! Beschützer des Lichtes! Erhabene Führer! Erfahrene Brüder! Verleiht mir eurer Liebe erlösende Kraft, die Schmerzen der Geburt zu ertragen!


Dezember: In dunkler Nacht der Unwissenheit, laß, o Gott, das Licht der Wahrheit in meiner Seele geboren werden zum Heil der Menschheit!

 

Kontakt

Unsere Abende finden jeden Mittwoch von 18:30 bis 20:00 Uhr in Linz statt.  Veranstaltungskalender

 

Kontaktieren Sie uns. Wir geben Ihnen gerne den Treffpunkt bekannt!

MAIL: info@theosophischegesellschaft.com

TEL: +436507608655 (Karin Waltl)

Sie finden uns auch auf Facebook:

Bibliothek

4161 Ulrichsberg, Markt 19